Ein Jahrringprofil der Aufforstung
Jeder Ring
ist ein Jahrzehnt.
Bäume messen Zeit anders als wir. Diese Seite liest die letzten sieben Jahrzehnte so, wie ein Stamm sie speichert — Ring für Ring, von der ersten Wiederaufforstungswelle bis zu den Städten, die heute im Hitzestau stehen.
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Fünf Phasen, dreißig Jahre
Vom Samen zum Kronendach
Zwischen dem ersten Gießen und dem ersten nennenswerten Schatten liegen rund zwanzig Jahre. Genau diese Lücke ist das Problem jeder Pflanzaktion: Der Nutzen kommt erst, wenn längst niemand mehr für die Pflege zuständig ist.
Der Samen liegt im BodenEine Eichel wiegt fünf Gramm. Was daraus wird, wiegt in hundert Jahren mehrere Tonnen — fast vollständig aufgebaut aus Kohlendioxid aus der Luft und Wasser. Der Boden liefert nur die Nährsalze.
Schematische Darstellung. Zeitangaben sind grobe Richtwerte für einen Laubbaum an einem Stadtstandort.
Warum es in Städten anders zählt
Ein Baum in Schwabing arbeitet härter als einer im Bayerischen Wald.
Nicht weil er größer wäre — sondern weil er auf engem Raum vier Probleme gleichzeitig bearbeitet, die eine Stadt sonst mit Beton und Strom lösen müsste. Klimatisierung, Wassermanagement, Luftfilter, Lärmschutz.
Der Schatten ist der kleinere Teil
Ein ausgewachsener Straßenbaum verdunstet an einem Sommertag mehrere hundert Liter Wasser. Diese Verdunstung entzieht der Luft Wärme — messbar als 2 bis 8 °C niedrigere Lufttemperatur unter dem Kronendach, an versiegelten Oberflächen im Schatten sogar 15 bis 20 °C weniger. Eine Klimaanlage, die keinen Strom zieht und keine Abwärme nach außen bläst.
Hitzetote, die vermeidbar wären
Eine Modellrechnung für 93 europäische Städte kam 2023 zu dem Ergebnis: Würde man den Baumbestand auf 30 % Kronendeckung anheben, ließe sich rund ein Drittel der hitzebedingten Todesfälle vermeiden. Der Durchschnitt liegt aktuell bei knapp 15 %.
Regen, der nie die Kanalisation erreicht
Kronen fangen Niederschlag ab, bevor er auf Asphalt trifft. Ein Teil verdunstet direkt vom Blatt, der Rest läuft verzögert am Stamm herunter und versickert. Bei Starkregen entscheidet genau diese Verzögerung darüber, ob ein Kanalnetz überläuft.
Filter mit Nebenwirkung
Blattoberflächen binden Feinstaub, der beim nächsten Regen abgewaschen wird. Der Effekt ist real, aber kleiner als oft behauptet — und in engen Straßenschluchten kann ein dichtes Kronendach den Luftaustausch behindern und Schadstoffe unten halten. Stadtbäume sind kein Ersatz für weniger Verkehr.
Was ein Baum zurückzahlt
Kommunale Kosten-Nutzen-Rechnungen landen über die Lebensdauer typischerweise bei einem Verhältnis zwischen 1:2 und 1:5. Vorausgesetzt, der Baum wird alt. Stirbt er nach acht Jahren, ist die Rechnung negativ.
Eine Faustregel, die sich durchsetzt
Drei Bäume von jedem Fenster aus sichtbar, 30 % Kronendeckung im Viertel, 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche. Die Regel stammt aus der Forstwissenschaft und wird inzwischen von Stadtplanern übernommen.
Bestand nach Ländern
Wo die Bäume stehen — und wo sie neu gepflanzt werden
Zwei Listen, die fast nichts miteinander zu tun haben. Der Bestand folgt der borealen Waldgrenze und dem Regenwaldgürtel. Die Pflanzprogramme folgen der Politik.
Geschätzter Baumbestand
Die größten laufenden Pflanzprogramme
Vier Arten für heißere Städte
Die Linde hat ein Problem
Der klassische deutsche Straßenbaum wurde für ein Klima ausgewählt, das es hier nicht mehr gibt. Was aktuell nachgepflanzt wird, kommt aus Südosteuropa, Kleinasien und Nordamerika — und wird kontrovers diskutiert.
Kalender
Was ansteht
Konferenzen, Antragsfristen und politische Entscheidungspunkte, an denen sich etwas ändern kann. Sortiert nach Datum, nicht nach Wichtigkeit.
Meldungen
Neu, geprüft, mit Quelle
Wir übernehmen keine Pressemitteilung ungefiltert. Zu jeder Meldung steht, woher die Zahl kommt — und wo sie schwächer ist, als die Überschrift vermuten lässt.
Sieben Runden
Wie viele Bäume stehen in …?
Schätz die Größenordnung. Bewertet wird nicht die exakte Zahl, sondern wie nah du am richtigen Faktor liegst.
Russland
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50 Milliarden BäumeFünf Euro ein Anteil — und wir verdoppeln jeden
Zehn Obstbäume, die man später essen kann
Ein gepflanzter Obst-Hochstamm kostet rund 50 Euro. Statt so zu tun, als gäbe es ihn für fünf, teilen wir ihn in zehn Anteile à 5 Euro. Auf jeden gekauften Anteil legen wir einen zweiten drauf — fünf Anteile von dir ergeben also einen ganzen Baum.
Betrag wählen
Coming soon — Träger und Zahlungsanbieter stehen noch nicht fest.
Spannen, keine Zusagen. Ertrag und Kronengröße schwanken stark nach Sorte, Unterlage, Boden und Schnittpflege. Ein Hochstamm trägt in den ersten Jahren gar nichts.
Fünfzig Anteile, dann ist Schluss. Verdoppelt ergibt das genau zehn Bäume — so viele, wie auf die Fläche passen. Ist das Kontingent voll, geht der Button aus, und die nächste Runde startet erst, wenn ein weiterer Standort gesichert ist. Ein offenes Spendenformular für zehn Pflanzplätze wäre eine Zusage ohne Deckung.
Bevor wir Geld annehmen, muss die Trägerfrage geklärt sein — gemeinnütziger Verein oder Kooperation, Freistellungsbescheid, Zahlungsdienstleister. Dieser Aufwand lohnt sich erst ab einer gewissen Zahl an Interessierten. Ab 100 Stimmen gehen wir es an. Die Abstimmung ist unverbindlich und kostet nichts.
Was ein Obstbaum wirklich kostet
50 Euro, und der Baum ist der kleinere Teil
Ein veredelter Hochstamm einer regionalen Sorte kostet in der Baumschule gut zwanzig Euro. Der Rest ist alles, was dafür sorgt, dass er das dritte Jahr erlebt: Verankerung, Schutz, Pflanzung und der Erziehungsschnitt in den ersten Standjahren.
| Position | je Baum |
|---|
Zehn Anteile à 5 Euro ergeben einen Baum. Weil wir jeden Anteil verdoppeln, reichen dafür fünf gekaufte Anteile. Unser Beitrag fließt in denselben Warenkorb, nicht in die Verwaltung.
Ein Obstbaum ist kein Forstsetzling
Ein Waldsetzling kostet unter einem Euro, weil er unveredelt ist und einer von tausend. Ein Apfel- oder Kirschbaum, der später essbare Früchte trägt, muss veredelt sein: eine Sorte auf einer Unterlage. Das ist Handarbeit in der Baumschule und schlägt sich im Preis nieder. Wer Obstbäume für fünf Euro anbietet, verkauft entweder Wildlinge oder rechnet die Pflege nicht mit.
Die ersten acht Jahre gibt es nichts zu ernten
Ein Hochstamm auf starkwüchsiger Unterlage trägt frühestens ab dem sechsten bis achten Standjahr nennenswert. Dafür wird er achtzig Jahre alt und liefert am Ende mehr als jede Spindelplantage. Wer schnelle Erträge will, pflanzt etwas anderes. Wir dokumentieren jeden Baum einzeln — Nummer, Sorte, Höhe, Ertrag. Auch die, die eingehen.
Standort 01 — Landkreis Deggendorf
Eine Streuobstwiese im Kleinformat
Zehn Obst-Hochstämme auf einem privaten Grundstück in Familienbesitz. Kein Zertifikatehandel, kein Projekt in Übersee: zehn Bäume, die eine Nummer bekommen, jährlich vermessen werden und irgendwann Äpfel tragen. Weitere Standorte kommen dazu, sobald dieser voll ist.
Die Fläche vor der Pflanzung, aufgenommen vom festen Kamerastandpunkt am Nordrand.
Dieselbe Perspektive nach der Pflanzung. Danach jedes Jahr im selben Monat, aus demselben Winkel.
Pflanzplan Standort 01
Entwurf, abzustimmen mit einer Baumschule vor Ort. Sortenwahl bewusst regional statt Supermarktsortiment.
| Bäume | 10 Hochstämme |
| Pflanzabstand | 8 – 10 m |
| Benötigte Fläche | ca. 800 m² |
| Grenzabstand | 2,00 m |
| Pflanzfenster | Okt – Nov |
| Arten | Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge |
- Acht bis zehn Meter Abstand, nicht zwei. Ein Obst-Hochstamm entwickelt eine Krone von sieben bis zehn Metern Durchmesser. Bei zwei Metern Abstand stehen sich die Bäume nach wenigen Jahren gegenseitig im Licht, tragen kaum und werden krankheitsanfällig. Zwei Meter sind der Abstand für Spindelbäume in der Erwerbsplantage — die brauchen dafür ein dauerhaftes Stützgerüst und Bewässerung.
- Regionale Sorten statt Supermarktnamen. Für Niederbayern etwa Bohnapfel, Brettacher, Kaiser Wilhelm, bei Kirschen Schneiders Späte Knorpelkirsche. Alte Sorten auf starkwüchsiger Unterlage sind robuster und brauchen weniger Pflanzenschutz.
- Pfahl und Anbindung sind Pflicht. Ein Hochstamm ohne Verankerung wirft der erste Herbststurm schief. Der Pfahl bleibt drei bis fünf Jahre, das Anbindematerial muss jährlich kontrolliert werden, damit es nicht einwächst.
- Erziehungsschnitt in den ersten Jahren. Anders als ein Waldbaum braucht ein Obstbaum in den Standjahren eins bis acht regelmäßigen Schnitt, sonst wird die Krone instabil. Das ist der Posten, der die meisten Pflanzaktionen im Nachhinein scheitern lässt — nicht die Pflanzung.
- Standpunkt für die Fotoserie markieren. Pfosten setzen, GPS notieren, immer gleiche Kamera und Brennweite, Zollstock als Größenreferenz mit ins Bild. Ein Bild „ungefähr von da drüben" ist in fünf Jahren wertlos.
Offen und ehrlich
Was noch fehlt, bevor hier Geld fließt
Diese Seite ist gebaut, aber noch nicht scharf geschaltet. Wir listen den Stand lieber auf, als still zu warten.
- Träger. Entweder ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein oder eine Kooperation mit einer bestehenden Organisation, die das Konto führt.
- Freistellungsbescheid des Finanzamts. Ohne ihn gibt es keine Zuwendungsbestätigung — Beiträge wären steuerlich nicht abziehbar.
- Grenzabstände nach Art. 47 AGBGB. In Bayern 0,50 Meter bei Gewächsen bis 2 Meter Höhe, 2 Meter bei allem Höheren, gemessen ab Stammmitte am Boden. Für Kern- und Steinobst gilt die verschärfte Abstandsregel gegenüber landwirtschaftlichen Nachbargrundstücken ausdrücklich nicht.
- Nutzungsvereinbarung mit der Eigentümerseite. Schriftlich, mit Laufzeit und Zweckbindung — samt der Frage, wem die Ernte gehört. Finanzierte Bäume auf privatem Grund brauchen eine Regelung, die unabhängig von familiären Beziehungen trägt.
- Zahlungsdienstleister, Impressum, Datenschutzerklärung. Erst danach werden die Buttons oben aktiv.
Einmal im Monat, nicht öfter
Was aus zehn Bäumen wird
Ein Brief pro Monat: wie viele Bäume stehen, welche angewachsen sind, welche nicht. Dazu ein Foto vom selben Standpunkt und eine Zahl aus der Forschung, die es wert ist. Keine Spendenaufrufe im Wochentakt, kein Newsletter, der nur an sich selbst erinnert.
Anmeldung Coming soon
Nur die E-Mail-Adresse ist nötig. Der Vorname ist freiwillig und dient allein der Anrede.
Wie oft?Die Anmeldung ist noch nicht freigeschaltet. Einen Newsletter aufzusetzen kostet Zeit und Geld — deshalb starten wir ihn erst, wenn klar ist, dass ihn jemand lesen will. Stimm ab, wenn du dabei wärst.
Ab 100 Stimmen richten wir den Versand ein: Dienst mit EU-Servern, Datenschutzerklärung, Double-Opt-in. Bis dahin wird nichts gespeichert und niemand angeschrieben — die Abstimmung fragt keine E-Mail-Adresse ab.
Wir hätten dir jetzt eine E-Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Erst ein Klick darauf trägt dich ein — vorher wird nichts gespeichert.
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Privates, nicht gewerbliches Informationsangebot zu Bäumen, Stadtklima und einer Streuobstpflanzung im Landkreis Deggendorf. Keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, da keine unternehmerische Tätigkeit.
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